1975 - 1976
- 1979 - 1981
- 1982
Internationales
ADAC-1000-Kilometer-Rennen
1. Juni 1975

Tödlicher Trainingsunfall auf der Döttinger Höhe
Walter
Czadek und Karl Richter bildeten das Fahrerduo auf einem BMW 2002 TI beim
1000-Kilometer-Rennen 1975. Im Training am 31. Mai 1975 war Walter Czadek
wegen eines technischen Defekts bei der Döttinger Höhe mit dem BMW in
die Leitplanken eingeschlagen. Vermutlich wegen nur nachlässig
eingestellter Sicherheitsgurte erlitt Walter Czadek tödliche innere
Verletzungen. Ein Arzt war innerhalb kürzesteter Zeit an der
Unfallstelle und konnte nur noch den Tod von Walter Czadek
feststellen.

XI.
ADAC Goodyear 300-Kilometer-Rennen
2.
bis 4. April 1976

Ring-Neuling
verunglückte im Training tödlich
Im ersten Training der Formel-3-Wagen am
Freitag verunglückte der Schweizer Alex Wittwer tödlich. In der Fuchsröhre
verlor Alex Wittwer, der für den Rennstall „Ecurie 13 Etoiles Schweiz“
startende Ring-Neuling, die Gewalt über seinen March 743. Zuerst rammte
er die Leitplanke und stürzt dann die 50 Meter tiefe Böschung hinab. Laut
Augenzeugen war Alex Wittwer in diesem Streckenabschnitt zu schnell.
Tödlicher Trainingsunfall auf der Döttinger Höhe
3. Juli 1976
Bei sengender Hitze hatten sich 280
Motorradfahrer zum 5. Lauf um die Deutsche Rundstrecken-Zuverlässigkeitsmeisterschaft
am 3. Juli 1976 auf dem Nürburgring eingefunden. Bei dieser
Veranstaltung kam es zu einigen folgenschweren Unfällen. Verschlimmert
wurden die Unfälle durch die vor den Leitplanken angebrachten Fangzäune.
Wie schon beim Boykott der Motorradfahrer beim Eifelrennen 1974
argumentiert, zeigte sich, dass die Sicherheitsvorkehrungen für
Automobilveranstaltungen geeignet waren, aber bei Motorradfahrern die
Verletzungen möglicherweise noch verschlimmerten. Heinz Behrentin
erlitt tödliche Verletzungen nach dem Sturz in die Fangzäune.
Großer
Preis der Tourenwagen
9. – 11. Juli 1976
Feuerunfall im Training und Boykott der
Formel Super V
Im Rahmenprogramm zum Großen Preis der Tourenwagen
verunglückte Ernst Raetz (36 Jahre) im Freitagstraining am 9. Juli 1976
tödlich. Im Streckenabschnitt Flugplatz prallte Ernst Raetz mit seinem
Kaimann in die Fangzäune und Leitplanken, nachdem sich ein Reifen gelöst
hatte. Ernst Raetz zog sich nur leichte Verletzungen zu und kletterte
aus seinem Formel Super V-Rennwagen. In diesem Augenblick explodierte
der Rennwagen und Ernst Raetz verbrannte. 2 Marshals, die vor Ort waren,
konnten ihm nicht helfen. Sie trugen leichte Sommerkleidung und ihr
Feuerlöscher funktionierte nicht. Der hinter Ernst Raetz fahrende
Jochen Engel, hielt an der Unglücksstelle an, konnte aber ebenfalls
nicht helfen. Das Training wurde unterbrochen. Über die
Streckenlautsprecher wurden die Zuschauer informiert, dass das Training
aufgrund eines Waldbrandes unterbrochen werden musste. Nach diesen
skandalösen Sicherheitslücken und dem Verhalten der Rennleitung
boykottierten alle Formel Super V-Fahrer das Rennen.
Info: Lt. Website
Atlas The Nostagie Forum speeds ultimate price war der Unfall von Ernst
Raetz der 131 tödliche Unfall auf dem Nürburgring seit 1927. 14 Tage
später kommt es kurz vor dem Streckenabschnitt Bergwerk zu dem berüchtigten
Feuerunfall von Niki Lauda. Lt. Spiegel-Bericht waren bis zu diesem
Zeitpunkt 138 Todesopfer am dem Nürburgring zu beklagen, d.h. in dem
kurzen Zeitraum zwischen dem Unfall von Ernst Raetz und Niki Lauda sind
noch 7 Fahrer (Motorsportler bzw. Ringtouristen) auf dem Ring tödlich
verunglückt.

Großer
Preis der Tourenwagen
6.
– 8. Juli 1979

Hilfseinsatz
für ONS-Rettungsstaffel endete tödlich
40
Minuten waren im Europameisterschaftslauf um den Großen Preis der
Tourenwagen gefahren. Im Streckenabschnitt Pflanzgarten platzte der Motor
am Opel Kadett von Mathias Bungard und er rutschte in die Leitplanken.
Sofort eilten zwei in unmittelbarer Nähe stehende Angehörige der
ONS-Staffel zur Hilfe. Während sie noch damit beschäftigt waren, einen
möglichen Brand zu verhindern, schleuderten auf der Ölspur zwei
weitere Fahrzeuge in die Unfallstelle. Einer der ONS-Helfer Klaus Bierth
(24 Jahre) war sofort tot, der die Szene filmende Kameramann Bernd
Hossfeld vom SWF wurde lebensgefährlich verletzt, der zweite ONS-Helfer
Helmut Adams wurde schwer verletzt.

22. bis 24. Mai 1981
Ringkenner
Herbert Müller tödlich verunglückt
Im
Streckenabschnitt ‚Klostertal’ verunglückte Herbert Müller während
des 1000-Kilometer-Rennes am 24. Mai 1981.
Der vor Herbert Müller
fahrende Karl-Josef Römer hatte seinen Porsche 930 kurzzeitig nicht unter
Kontrolle und schleuderte auf den rechten Grünstreifen. Herbert Müller
versuchte ein Ausweichmanöver, bremste seinen Porsche 908/3 scharf ab und
geriet auf den linken Grünstreifen. Dort prallte er auf den havarierten
Porsche 935 von Bobby Rahal. Der Wagen von Bobby Rahal war dort nach einem
Unfall in der ersten Runde abgestellt worden. Der Tankinhalt des
Rahal-Porsche war durch seinen frühen Ausfall noch fast vollständig
gefüllt. Beide Porsche gingen nach dem Aufprall explositionsartig in
Flammen auf. Das Rennen wurde 3 Runden später abgebrochen.
Zuschauer
Achim Wittsack zu dem Unfall:
"Ich befand mich zum Zeitpunkt des Unfalles ca. 50 m von der Stelle
des Zusammenpralls von Müllers 908/3 mit dem havarierten Rahal-935 entfernt. Da
es gerade begonnen hatte, leicht zu regnen, hatte ich meinen Eisverkauf
unterbrochen und mich mit meinem Bauchladen unter den Bäumen kurz vor dem
letzten Rechtsknick vor der Auffahrt zur Steilstrecke untergestellt. Als erstes
kam ein Porsche 944 kurz ins Schleudern, konnte jedoch die Kontrolle
wiedergewinnen und seine Fahrt ohne Zwischenfall fortsetzen. Daraufhin sagte ein
anderer Zuschauer, der neben mir stand einen Satz, den ich im Leben nie
vergessen werde: „Da passiert doch noch was!“ Kurze Zeit später verlor der
Fahrer Karl-Josef Römer das Heck seines Porsche 930 und kam in der
Fahrbahnmitte der Kurve quer zum Stehen. Da Römer es nicht schaffte, sein
Fahrzeug rechtzeitig wieder in Gang zu setzen, versuchte der nachfolgende
Herbert Müller links am querstehenden Wagen vorbeizukommen. Dabei geriet er –
noch voll auf der Bremse - mit zwei Rädern auf das Gras und prallte
frontal in den gegen die Fahrtrichtung an der Leitplanke stehenden 935 von Rahal.
Der Aufprall war so stark, dass Müller dabei der weiße Helm vom Kopf gerissen
wurde. Wie im Bericht auf der Webseite erwähnt, hatte der 935 noch fast eine
komplette Tankfüllung an Bord (Tank vorne im Fahrzeug), und fatalerweise war
auch der 908/3 in der Runde vorher zum Tankstop an der Box gewesen. Innerhalb
von einer Sekunde gab es eine Flammensäule, höher als ein Haus, es wurden über
60 große Handlöscher entleert, ohne das Feuer löschen zu können. Mehrere
Streckenposten mit gelben Flaggen in beiden Händen rannten mitten auf der
Strecke dem nachfolgenden Feld entgegen und konnten noch Schlimmeres verhindern.
Worauf ich hinaus will, ist der Hinweis, dass die Strecke zum
Unfallzeitpunkt tatsächlich nass war, noch nicht vollständig, sondern eben
sehr schmierig. Ob das Ausweichmanöver von Herbert Müller auf trockenem Straßenbelag
gelungen wäre, vermag ich nicht zu beurteilen, aber mit Sicherheit kann man
sagen, dass die Witterungsverhältnisse eine maßgebliche Rolle spielten. Auf
trockener Fahrbahn wäre es vermutlich gar nicht erst zum querstehenden Römer-Porsche
gekommen., aber das ist reine Spekulation und ändert leider nichts am
Geschehenen. Richtig ist aber, wie auf der Webseite beschrieben, wenn der
liegengebliebene Rahal-935 in die knapp 200 m entfernte Ausfahrt geschleppt
worden wäre, könnte H. Müller noch leben. Er wäre in sehr spitzem Winkel in
die Leitplanke gefahren. Damit wäre er zwar auch aus dem Rennen gewesen, aber
mit dem Schrecken davongekommen. Das war alles so unnötig."
(Zitat von Achim Wittsack, der beim Rennen als Eisverkäufer vor Ort war.)
Dieser
Unfall zeigt aus heutiger Sicht leider die unzureichende Sicherung der
Strecke während des Rennens. Der Porsche von Bobby Rahal hätte mit einem
Bergungsfahrzeug der ONS-Staffel unter Gelber Flagge gefahrlos bis zum
naheliegenden Streckenabschnitt ‚Steilstrecke’ gezogen werden können
wie dies heute auch bei den VLN-Läufen und dem 24-Stunden-Rennen praktiziert
wird.
Bilder und
weitere Informationen zu dem Unfall von Herbert Müller gibt es auf der Webseite
von Rudi Izdebski:
Tödlicher
Unfall von Herbert Müller

In
diversen Nürburgringpublikationen wird als Unfallstelle der
Streckenabschnitt ‚Kesselchen’ genannt. Der Unfall ereignete sich im
Streckenabschnitt 'Klostertal' kurz vor der Steilstrecke.
Für
die Informationen zum Unfall von Herbert Müller bedanken wir uns bei Achim
Wittsack.

Deutsche Tourist Trophy
Int. ADAC Eifelpokal-Rennen
21. + 22. August 1982
Als eines der letzten Rennen wurde die
Deutsche Tourist Trophy vor dem Bau der Grand-Prix-Strecke auf der
Start- und Zielschleife ausgetragen. Die TT gehörte zur deutschen Straßenmeisterschaft
für Motorräder. Im Rennen der 350 ccm-Klasse ereignete sich ein tödlicher
Unfall. Auf der Start/Ziel-Geraden stürzte Bernd Steiff. Daraus
entwickelte ein Massenunfall, in dem 10 Fahrer involviert waren. Dem
Fahrer Gisbert Kluckert musste ein Bein amputiert werden, Volker Bogard
wurde schwer verletzt. Der 22jährige finnische Fahrer Jorma Nevala
erlitt tödliche Verletzungen.