1965 - 1966
- 1967 - 1970er
Jahre - 1971 - 1972
bis 1973 - 1973 bis 1974
Frühjahr
1965
Die
scharfe Müllenbach-Rechtskurve wurde im Frühjahr 1965 entschärft. In
dieser Kurve gerieten die Fahrer öfters von der Bahn und stürzten über
die tiefe Böschung. Vorher verlief der Kurs auf einer Kurvenlinie, die
genau um 100 Grad wendete. Dabei wurde der Innenrand der Kurve zu früh
angesteuert und es gab Ausrutscher über die Böschung hinaus.
Durch
die Entschärfung wurde die Übersichtlichkeit verbessert und die Kurve
fing mit einem kleineren Kurvenradius an. Der Innenrand der Strecke wurde
dadurch mit einem größeren Radius an die bestehende Gerade herangeführt.
Damit wurde gleichzeitig die Fahrbahnbreite nach innen verbreitert, zusätzlich
überhöht und die Bogenmitte um soviel höher gezogen, dass die ganze
Kurve überschaubar war.
Im
Frühjahr 1965 wurde auch die Streckeneinfahrt Nürburg modernisiert.
Vorher kam es zu Stauungen bis weit auf die B 258, weil die Einfahrt zu
steil und die Kurven zu eng waren. Zusätzlich konnte durch die
Neugestaltung der Touristenverkehr direkt auf die Nordschleife geleitet
werden, wenn die Start-/Zielschleife bzw. die Südschleife für
Rennveranstaltungen gesperrt war.
In
den Streckenabschnitten Schwedenkreuz und Pflanzgarten wurde ein neuer
Streckenbelag aufgetragen. Im Streckenabschnitt Ex-Mühle wurde neben
einem neuen Streckenbelag auch eine Anhebung der Fahrbahnräder zur
Sicherung der auslaufenden Kurve durchgeführt.
Der
Treppenaufgang zu den Zuschauerplätzen Breidscheid wurden mit
Eisenbetonstufen und Podesten erneuert.

Internationale
Polizeiausstellung in Hannover
28.
August bis 11. September 1966
Die
Rennen am Ring bedeuten für die Polizei Großeinsätze. Anhand von 2
Modellen wurde der polizeiliche Ablauf einer Motorsport-Veranstaltung
demonstriert. Das erste Modell (Faller-Bahn) spiegelte die Nordschleife
wieder. Mit Slotcars konnte die Grüne Hölle erobert werden.
November
1966
Die
Südkehre erhielt einen neuen Streckenbelag.

Frühjahr
1967
Bei
den Rennen 1966 zeigte sich immer deutlicher die Gefahr, dass die
Rennwagen aufgrund der hohen Geschwindigkeit am Anfang des Start- und
Zielplatzes abdriften konnten und dem Dunlopturm gefährlich nahe kamen.
Daher wurde im Frühjahr 1967 zwischen Kilometer 22,35 und 22,5 die
Hohenrain-Schikane gebaut.
Die
Änderung erfolgte aus 3 Gründen:
-
Durch die Schikane wurde die Geschwindigkeit im Start- und Zielbereich
deutlich reduziert.
-
Die neue Ideallinie verlief jetzt über der Brücke zum Ort Nürburg auf
der rechten Fahrbahnseite. Von hier aus strebte der Wagen die Mitte des
Start- und Zielbereiches an. Bei der alten Ideallinie passierten die
Fahrer die Brücke auf der linken Fahrbahnseite und nahmen so die Richtung
auf den Dunlopturm an.
-
Durch die Beseitigung eines Sprunghügels vor der Brücke verloren die
Fahrzeuge nicht mehr die Bodenhaftung.

Um den Fans und den Touristenfahrern die
Streckenabschnitte des Nürburgrings näher zu bringen, waren die
Streckenabschnitte mit Namensschildern versehen. In den 1960er Jahren machte
noch das Unternehmen Kolben Krämer aus Köln Reklame unterhalb der
Streckenbezeichnung. In den 1970er Jahren bekamen die Schilder das noch
heute verwendete neue Design.

Freigabe des Bildes mit freundlicher Genehmigung von
Fridolin Benteler. Das Bild wurde dem Film „Höhepunkte der VW Super Vau
Renner“ entnommen. Der Film ist über http://www.historischer-filmservice.de
zu beziehen.

Im
Februar 1971 wird mit den Umbauarbeiten an der Nordschleife begonnen. Die
Seitenstreifen werden verbreitert und Leitplanken und Fangzäune
installiert. Die Sprunghügel im Kesselchen, dem Brünnchen und im
Schwalbenschwanz verschwinden. Die ‚neue’ Nordschleife hat jetzt nur
noch 40 Rechts- und 33 Linkskurven. Der entschärfte Ring wurde am 2. Mai
1971 mit dem 34. Eifelrennen wiedereröffnet.
6. - 8. August 1971

Für die Bilder von der Renn- und Industrieschau 1971 bedanken
wir uns bei Helmut Segeth.

Herbst
1972 bis Frühjahr 1973
Vom
Herbst 1972 bis Frühjahr 1973 ist der Nürburgring wieder eine große
Baustelle. Die Brücken „Hatzenbach“ und „Breidscheid“ hatten in
ihrem alten Zustand nur eine Breite von 8 Metern. Um den
Sicherheitsstandards nachzukommen mussten die Brücken abgerissen werden.
Eine Verbreiterung der zwischen 1925 und 1927 erbauten Brücken war
technisch nicht möglich. Die Neukonstruktionen weisen jetzt den gleichen
Querschnitt (17 Meter, davon 9 Meter Fahrbahn) wie die übrige Strecke
aus.
Die
Überführung an der Poststraße hatten nur eine lichte Breite von 8
Metern. Um die geforderten Seitenstreifen und Leitplanken anlegen zu können,
wurde die Brücke gesprengt und durch eine Spannbetonbrücke ersetzt,
deren Breite von Pfeiler zu Pfeiler jetzt ebenfalls 17 Metern beträgt.
Im
Außenbereich der Südkehre wird die Tribüne angelegt und die Zuschauerplätze
von der Haupttribüne bis zur Einfahrt Südschleife wurden auf 2,50 Meter
erhöht und terrassenförmig befestigt. Außerdem wurden in der Südkehre
die Randstreifen angelegt und Leitplanken montiert. Deshalb wurde die
Einfahrt zu Südschleife nach vorne verlegt.
Der
berühmt berüchtigte Flaschenhals, die Einengung der Fahrbahn vor dem
Eingang der Südkehre, wurde auf die Breitenmaße der Start-/Zielgeraden
(20 Meter) vergrößert.

September
1973 bis April 1974
Von
der Döttinger Höhe (km 19,6) bis zur Antoniusbuche (km 21,9) wurde die
lange Gerade verbreiteter. Die Sicherheitsrichtlinien der CSI forderten für
Streckenabschnitte, auf den Geschwindigkeiten von mehr als 300 km/h
erzielt wurde, eine Fahrbahnbreite von 12 Meter. Der Sicherheitsstreifen
an beiden Seiten betrug 4 m und wurde mit doppelstöckigen Leitplanken
abgeschlossen.
Zwischen
Kilometer 20 und 21 verlief die Nordschleife parallel zur B 258 und zur
L93. Dadurch war für die Verbreitung der Strecke der notwendige
Platzbedarf nicht vorhanden. Somit musste die L93 verlegt werden. Diese Maßnahme
wurde im Sommer 1973 durchgeführt.
Zwischen
der Döttinger Höhe und der Antoniusbuche überquert die Rennstrecke die
L92 (Adenau) und die L93 (Meuspath). Diese Überführungen wurden beim Bau
des Nürburgrings von 1925 bis 1927 durch Aufschüttung über das
Streckenniveau angehoben und es entstanden Sprunghügel. Aus diesem Grund
wurden beide Brücken abgerissen und ersetzt. Die Meuspather Brücke wurde
durch eine Tunnelröhre aus verzinktem Stahlblech ersetzt – wie im Brünnchen
und Wehrseifen.
Ein
weiterer Engpass war die Brücke zum Ort Nürburg. Die bisherige Breite
von 9 Meter war unzureichend. Incl. der Seitenstreifen wurde die Brückebreite
auf 19 Meter verändert.