1935 - 1936
- 1937 - 1938
- 1939
Eifelrennen
16. Juni 1935

AUSDGPSS
= Auto Union sucht den Grand Prix Superstar – Teil 2
Auto Union
Fahrertraining auf dem Nürburgring
2.
bis 11. November 1935
Diesmal
wurden folgende Fahrer eingeladen:
Rudolf
Heydel
Schnellste
Runde Nordschleife 11:11,3 min
Werksangehöriger
Heydel
fuhr gleichmäßig und verbesserte sich von Runde zu Runde ohne große
Materialabnutzung.
Ernst
von Delius
Schnellste
Runde Nordschleife 11:20,0 min
erfolgreicher
Rennwagenfahrer u.a. auf Zoller, startete 1935 beim GP auf einem ERA
Werkswagen.
Er
fuhr ebenfalls zügig und rund, entsprechend den Anweisungen fuhr er sehr
vorsichtig ohne je in Grenzbereiche vorzustoßen, ohne große
Materialabnutzung.
Paul
(?) Scheef
Schnellste
Runde Nordschleife 11:24,2 min
alter Mercedes Veteran, der
bereits 1922 die Targa Florio für Mercedes fuhr.
Er
fuhr mit großem Willen,
fand sich auffallend schnell mit dem Wagen zurecht, deutlich höherer
Reifen- und Bremsenverschleiß.
Rudolf
Hasse
Schnellste
Runde Nordschleife 11:29,1 min
Adler
Werksfahrer für Tourenwagenlangstreckenfahrten
Er
fand sich schnell mit dem Wagen zurecht, fuhr aber etwas wild. Beim
Einfahren auf die Betonschleife
drehte er sich zweimal und rutschte rückwärts in die Böschung. Der
Unfall zeigte wenig Auswirkungen auf sein Nervenkostüm. Bereits 10
Minuten später fuhr er auf der Nordschleife wieder ähnlich Zeiten wie
vorher. Er fiel durch besonders gutes Schalten auf.
Hans
Simons
Schnellste
Runde Nordschleife 11:29,3 min
Er
war bereits 1934 bei den Fahrertest dabei.
Seine
Fahrweise ist bei weitem nicht so flüssig und er fuhr mit großen Ehrgeiz
und Willen.
Ulrich
Bigalke
Schnellste
Runde Nordschleife 11:57,0 min
Er
war erfolgreich bei Langstreckenfahrten mit einem FIAT 1100
(Deutschlandfahrt 1934)
Da
er sich nicht so gut mit dem Fahrzeug zurecht fand, wurde ihm noch am Ring
die Beendigung des Fahrertests mitgeteilt.
Ernst
Loof
Schnellste
Runde Nordschleife 13:22,2 min
Motorradrennfahrer:
Deutscher Meister 1932/33/34 in der 350er Klasse; mehrfacher Bergmeister
Er
konnte sich nur schwer an den Rennwagen gewöhnen. Ihm wurde noch am Ring
die Beendigung des Fahrertests mitgeteilt.
Arthur
Geiss
Schnellste
Runde Nordschleife 13:35,4 min
erfolgreicher
DKW Werksmotorradfahrer
Ihm
lag das Wagenfahren nicht und ist von selbst zurückgetreten.
Hahn
keine
Zeit
Er
war bereits 1934 eingeladen. Diesmal hatte er einen Unfall beim Einfahren
in die Betonschleife (Näheres ist nicht bekannt)
Zum
Vergleich und zur besseren Bewertung der erzielten Rundenzeiten: Bernd
Rosemeyer fuhr am 8. November eine Nordschleifenrunde in 10:59,4 Minuten.
Fazit des Rennleiters Dr.
Karl Feuereissen
„...
schlage ich die Fahrer Heydel, Delius und Hasse vor. ... von dem Fahrer
Scheef bitte ich deshalb abstand zu nehme, weil er
1.
langsamer wie Delius und Heydel ist und man
2.
bei den 3 anderen Fahren den Eindruck des leichteren, nicht so erzwungenen
Fahrens hat und
3.
die Rennwagenabteilung an jüngeren Fahrern einen längeren Nutzen hat.
1936
soll bei Versuchsfahrten in Monza den drei Fahrern nochmals eine
Gelegenheit gegeben werden ihre Zeiten zu verbessern.“

Eifelrennen
14. Juni 1936

Großer
Preis von Deutschland für Rennwagen
26. Juli 1936

Gaurennen
auf dem Nürburgring
30. August 1936
Im Frühjahr 1936 nannten verschiedene Motorsportzeitschriften
für den 30. August 1936 das Rennen "Gaurennen auf dem Nürburgring".
Das Rennen war für Motorräder ausgeschrieben. Offen blieb allerdings, ob das
Rennen auf der Start- und Zielschleife oder auf der Nordschleife ausgetragen
werden sollte. Das Rennen fand nicht statt. Wie weit die Planungen für das
Rennen waren und warum es nicht ausgetragen wurde, ist nicht bekannt.
AUSDGPSS
= Auto Union sucht den Grand Prix Superstar – Teil 3
Auto Union
Fahrertraining auf dem Nürburgring
5.
bis 8. Oktober 1936
Diesmal
wurden folgende Fahrer eingeladen:
Hermann
Paul Müller
Schnellste
Runde Nordschleife 11:08 min
erfolgreicher
Motorradfahrer
Er
fuhr außerordentlich elegant und rund und erreichte seine Zeiten mit
Leichtigkeit Auffallend war das systematische schneller werden.
Walter
Bäumer
Schnellste
Runde Nordschleife 11:33 min
fuhr
bereits erfolgreich Automobilrennen mit Austin 750 Midgets
Er
fuhr nicht so rund und elegant wie Müller, benutzte wesentlich mehr die
Bremse. Es kann sein, dass das Umschulen von einem leichten Rennwagen auf
einen Heckmotor Auto Union mit mehr Schwierigkeiten verbunden ist als bei
einem talentierten unbeschwerten Fahrer ist.
Adolf
Brudes
Schnellste
Runde Nordschleife 11:55 min
erfolgreicher
Wagenfahrer auf Bugatti.
Ist
an sich gut gefahren, aber nicht so ausgeglichen wie Müller. Leider keine
Gelegenheit zum Schnellerfahren, da das Training wegen Regens abgebrochen
werden musste.
Steinbach
Schnellste
Runde Nordschleife 12:43 min
Man
hatte den Eindruck, dass er sehr vorsichtig an die Sache heranging, aber
ein sehr feinfühliger Fahrer ist. Ein abschließendes Urteil ist noch
nicht möglich.
Schweder
Adler
Sportwagenfahrer
Nach
der 7. Betonrunde gab er zuviel Gas, der Wagen schleuderte und überschlug
sich. Schweder erlitt Risse sämtlicher Gelenkbänder des rechten
Kniegelenk und Riss der Hälfte der rechten Bänder.
August
Momberger
bereits
1934 Werksfahrer
Aufgrund
des Abbruchs keine Gelegenheit zu Testfahrten, soll evtuell in Monza
nochmals getestet werden.
Fazit
des Rennleiters Dr. Feuereissen:
„Herrn Müller auf alle Fälle als Nachwuchsfahrer zu engagieren. ... In
Monza auch den Herren Brudes und Bäumer Gelegenheit zu einem Training zu
geben.“

Eifelrennen
13. Juni 1937


Beim Eifelrennen 1937 stand Richard Fuchs mit einem technischen Defekt an
seinem Bugatti im Anstieg zum Karussell. Richard Fuchs startete in der
Wertungsgruppe II der Fahrzeuge bis 1500 ccm ohne Kompressor. Der Bugatti
hatte einen Hubraum von 1485 ccm. In der Wertungsgruppe II wurden 4 Runden
à 22,810 km gefahren. In der Wertungsgruppe III (Fahrzeuge bis 2000 ccm
Hubraum ohne Kompressor) wurden 5 Runden gefahren. Richard Fuchs startete
(zwangsläufig) wie auch alle anderen deutschen Fahrer für den NSKK (Nationalsozialistische
Kraftfahrkorps)/DDAC (Der Deutsche Automobil-Club e. V).
Die Scheinwerfer am Bugatti sind abgewinkelt, um einem Steinschlag vorzubeugen. Was
mag der Polizist damals gedacht haben?

Zuschauermassen im Klostertal. Im Sonntagsanzug und
-kleid verfolgten die Zuschauer das Rennen. Zwei Wagen
der Rennwagenklasse (ohne Kotflügel) in direkter Verfolgung in der
Klostertalkurve. Im Hintergrund ist die noch nicht zugewachsene
Steilstrecke zu sehen. Am Fuße der Steilstrecke stehen mehrere Autos und
wahrscheinlich auch ein Lastwagen. Der stehende Zuschauer hält eine
Zeitung in der Hand, auf der eine Mercedes-Benz-Anzeige (Stern) zu
erkennen ist.
:
Besten Dank an Jürgen und
Jill-Danica Schaub, die uns die Starterliste zum Eifelrennen aus ihrem
Archiv zur Verfügung gestellt haben.
Herzlichen Dank an Luisa Terracciano, die uns die Bilder und Negative ihres Vaters Engelbert Becker
geschenkt hat.
Großer
Preis von Deutschland
25. Juli 1937

AUSDGPSS =
Auto Union sucht den Grand Prix Superstar – Teil 4
Auto Union
Fahrertraining auf dem Nürburgring
10.
bis 14. Mai 1938
Diesmal
wurden folgende Fahrer eingeladen:
Bobby
Kohlrausch
erfolgreiche
Kleinstrennwagenfahrer (Austin und MG 850)
wurde
schon in Monza getestet
aufgrund
der Stürze keine Möglichkeit mehr zu fahren
Ulrich
Bigalke
bereits
1935 dabei
Er
fuhr zügig und elegant. Man hatte nicht das Gefühl, dass ihm das Fahren
schwerer geworden wäre, er verspricht bei längerem Training
einzuschlagen
schnellste
Runde 11:04 min
Erwin
Zimmermann
erfolgreicher
Seitenwagen-Motorradfahrer
Er
fuhr mit großem Ehrgeiz und Willen. Beim Versuch schneller zu fahren stürzte
er.
schnellste
Runde 11:37 min
Huschke
von Hanstein
Adler
und Hanomag Sportwagenfahrer
Er
fuhr mit einer harmlosen Leichtigkeit ohne sich über seine Handlungsweise
im Klaren zu sein. Man merkte ihm an, dass ihm Erfahrung mit schnellen
Fahrzeugen fehlt. Stürzte mit seinem Wagen
schnellste
Runde 12:40 min
Ewald
Kluge
erfolgreicher
DKW Werks-Motorradfahrer
Er
zeigte, dass er auch Gefühl für den Rennwagen hat - hohe
Einsatzbereitschaft. Die Erfahrung des Motorradfahrers macht sich beim
Anbremsen und Anschneiden der Kurven bemerkbar.
schnellste
Runde 11:01 min
Walfried
Winkler
Motorradfahrer
Er
machte den Eindruck, dass er vielleicht körperlich ein langes Rennen
nicht durchhalten könnte.
Fazit:
Rennleiter Dr. Feuereissen empfahl Bigalke und Kluge einen Vertrag als
Nachwuchsfahrer anzubieten.

Test- und
Versuchsfahrten mit dem AUTO UNION Typ D
6.
bis 9. Juni 1938
Ziel
der Test- und Versuchsfahrten war es, Verbesserungspotentiale am Typ D
aufzuzeigen. Als
Testfahrer wurde die Weltelite zum Ring eingeladen: Louis Chiron, Hans
Stuck und Tazio Nuvolari.
Internationales
Eifelrennen
12.
Juni 1938
Kein Eifelrennen
Im Motorsportjahr 1938 wurde ein neues Reglement für Rennwagen gültig.
In den Jahren 1934 bis 1937 war das Gewicht der Rennwagen ausschlaggebend.
Die Pferdestärken der Rennmotoren wurden nicht berücksichtigt. Die neue
Formel lautete:
Das Eifelrennen wurde nicht von der Nürburgring GmbH
sondern vom selbsternannten "Führer des deutschen Kraftfahrsports“
Adolf Hühnlein; Präsident der „Oberste Nationale Sportbehörde für
die deutsche Kraftfahrt" (ONS), abgesagt.
Das Eifelrennen wurde abgesagt, da das Teilnehmerfeld
für das Rennen sehr dürftig war.
Auto-Union hatte ihre Rennwagen noch nicht
fertiggestellt, trotz Testfahrten von Hermann Paul Müller auf der
Monza-Rennstrecke. Ebenso war Automobilhersteller Talbot mit der
Entwicklung ihrer Rennwagen noch nicht so weit. Beim kompressorlosen
4,5-Liter Delahaye war die Entwicklung von Chassis und Karosserie noch
nicht abgeschlossen.
Als einziger ernsthafter Konkurrent von Mercedes hätte
Alfa Romeo beim Eifelrennen antreten können. Doch Alfa Romeo erlitt bei
den ersten beiden Grand-Prix-Rennen schwere Verluste bei Fahrer und
Material: In Pau verbrannte im Training der Rennwagen von Tazio Nuvolari,
im tragischen Rennen in Tripolis erlitt Alfa zwei Totalschäden an den
Wagen von Dr. Farina und Eugenio Siena. In dem Rennen verunglückten der
Italiener Eugenio Siena und der Ungar Laszlo Hartmann tödlich.
Nach dem Unfall in Pau trat Tazio Nuvolari von seinem
Vertrag mit Alfa Romeo zurück.
Dr. Farina musste mit einem Startverbot für das
Eifelrennen rechnen, da er an den beiden Todesstürzen von Marcel Lehoux
(GP von Frankreich 1936) und Laszlo Hartmann beteiligt war und ihm eine
Mitschuld am schweren Unfall von Brivios zwei Jahren zuvor angerechnet
wurde.
Durch die Absage des Eifelrennens war der GP von
Deutschland am 24. Juli die einzige Motorsportveranstaltung auf dem Nürburgring
im Jahre 1938.
Eine Besonderheit ist das Plakat zum Eifelrennen
1938. Es handelt sich dabei um das Rennplakat, das in den Niederlanden
für das Eifelrennen geworben hat. Die Absage für das Eifelrennen war
1938 für die Organisatoren wahrscheinlich überraschend gekommen, sonst
wäre kein Auftrag zur Gestaltung und zum Druck eines entsprechenden
Plakats erteilt worden.
:
Besten Dank an Anthony J. Taylor für das Plakat vom Eifelrennen 1938.
Versuchsfahrten
Vergleich Stromlinie- vs. Grand Prix-Wagen
23.
bis 26. Juni 1938
Vom
23. bis 26. Juni 1938 war Auto Union erneut für Testfahrten am
Nürburgring. Es wurde ein Vergleich zwischen dem Stromlinienwagen und den
Grand-Prix-Wagen durchgeführt. Welcher Wagen ließ sich schneller auf dem
kurvenreichen Nürburgring bewegen? Die Fahrten fanden auf der Nürburgringgerade
bis Brücke Start/Ziel und der Zufahrtsstrecke mit Südkehre statt (Länge
ca. 12,8 km). Die Fahrer waren Christian Kautz und Rudolf
Hasse. Christian Kautz fuhr anschließend noch 5 Runden auf der
Nordschleife mit dem Grand-Prix-Wagen. Seine beste Zeit war 10:54 Minuten.
Großer
Preis von Deutschland
24. Juli 1938


Eifelrennen
21. Mai 1939

Großer
Preis von Deutschland
23. Juli 1939

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