Internationales ADAC 6-Stunden-Rennen

Großer Preis der Tourenwagen

Deutscher Lauf zum Europa-Pokal für Tourenwagen-Rennen

16. Juni 1963

Bilder Manfred Rommelsheim; Bericht Burkhard Köhr

 

Der Automobil-Club Saar schuf im Jahr 1963 mit anderen europäischen Automobilclubs den „Europa-Pokal für Tourenwagen“. Der „Große Preis der Tourenwagen“ war der erste von 8. Läufen zu diesem Wettbewerb.

1963 durften maximal 96 Fahrzeuge an einem Rennen auf der Nordschleife teilnehmen. Da sich mehr Bewerber bis zum Nennungsschluss gemeldet hatten, musste einigen Teams abgesagt werden.

Das Training am Samstag fand bei regnerischem Wetter statt. Bei strahlendem Sonnenschein kamen am Sonntag laut Veranstalter 40.000 Zuschauer zum Ring. Als Starter fungierte um 10:00 Uhr Rennlegende Hans Hermann. Der Start erfolgte in vier Startgruppen, wobei fünf Rennwagen in jeder Startreihe standen. Somit war dichtes Gedränge im „Flaschenhals“ vor der Südkehre vorprogrammiert. In der zweiten Startergruppe kam es prompt zu einer Kollision, der Horst Floth mit seinem Volvo zum Opfer fiel. Der Volvo wurde um 180 Grad gedreht und Horst Floth schaute seinen Konkurrenten "Auge in Auge". Für ihn war das Rennen nach den ersten Metern bereits vorbei.

Von Anfang an bestimmten Peter Lindner (Jaguar MK II) und Eugen Böhring (Mercedes 300 SE) das Tempo. Bereits in der ersten Runde kam es im Streckenabschnitt „Kallenhardt“ zu einer Massenkarambolage. Dies bedeutete das Aus für einige Teilnehmer. Andere Beteiligten schleppten ihre Wagen an die Boxen zurück und konnten das Rennen nach einer Reparatur wieder aufnehmen.

In der dritten Runde kam der Zweitplatzierte Eugen Böhringer von der Strecke ab und ruinierte sich einen Reifen. Laut Reglement musste er den fälligen Radwechsel selbst vornehmen. Nach einer Ewigkeit konnte er das Rennen auf der 25. Position wieder aufnehmen. In einer rasanten Aufholjagd fuhr Eugen Böhringer mit 10:31,3 Minuten (Durchschnittsgeschwindigkeit 130,1 km/h) einen neuen Rundenrekord für Tourenwagen auf der Nordschleife.

Auffällig beim GP der Tourenwagen waren die völlig überfüllten Boxenanlagen. Wobei dies weniger an den Fahrern und Mechanikern lag, sondern an den Zuschauern, die in vorderster Reihe das Rennen mitverfolgten. Die Ordnungskräfte mussten mehrmals die Zuschauer von den Boxen wegschicken.

Nachdem bis zur Mitte der Rennens Peter Lindner/Peter Nöcker das Rennen anführten, übernahmen Mahle/Ott (Mercedes 220 SE) die Spitze. Doch in der 19. Runde schied der Wagen mit einer defekten Hinterachse aus. Eberhard Mahle unterstütze anschließend die beiden Schwedinnen Evy Rosqvist und Ursula Wirth auf ihrem Mercedes 220. Sie konnten das Rennen auf dem 3. Gesamtrang (31 Runden) beenden. In ihrer Klasse bis 2500 ccm Hubraum holten sie den Klassensieg.

In der Klasse 5 bis 1300 ccm Hubraum errang Gerhard Bodmer den 3. Platz mit seinem Glas 1204. Bemerkenswert war, dass Bodmer seine Motorhaube verlor und „oben ohne“ das Rennen zu Ende fuhr.

Nach 6 Stunden und 33 Runden sah Peter Lindner die Zielflagge. Nur noch die Zweitplatzierten Böhringer/Glemser beendeten das Rennen ebenfalls nach 33 Runden. Alle anderen Teilnehmer waren überrundet worden.

           

Der Mercedes 300 SE von Eugen Böhringer/Dieter Glemser im Karussell

 

 

Eberhard Mahle hat den Mercedes 220 SE von den Schwedinnen Evy Rosqvist und Ursula Wirth übernommen. Er fuhr in 11:02,2 Minuten einen neuen Rundenrekord für Tourenwagen bis 2500 ccm Hubraum.

 

 

 Ursula Wirth hat gerade Evy Rosqvist abgelöst und verlässt die Boxenanlage.

 

 

 

Ablösung Evy Rosqvist und Ursula Wirth

 

Ursula Wirth

 

 

Links im Bild Ursula Wirth und daneben Karl Kling

 

Die Ordnungskräfte mussten mehrmals den Boxenbereich räumen lassen, da viele Zuschauer sich unter die Rennfahrer und Monteure gemischt hatten. Rechts im Bild: Evy Rosqvist 

 

Peter Lindner hat den Jaguar an Dieter Glemser übergeben.

 

 

 

Eugen Böhringer in der Klostertalkurve. Im Hintergrund ist der Übergang zur Steilstrecke zu sehen.

 

Sieger in der Klasse bis 850 ccm Hubraum wurden die Schweden Gösta Karlsson und Björn Rothstein auf Saab 96 Sport. Im Gesamtklassement belegten sie den 12. Rang.

 

Die Schweden Ingemar Johansson, S
Olle Johansson, S belegten ebenfalls auf Saab 96 den 2. Platz in der Klasse 3 bis 850 ccm Hubraum.

 

 

Startnummer 10: Gerhards aus Solingen belegte auf BMW 700 in der Klasse 2 bis 700 ccm Hubraum den 8. Platz. Im Hintergrund die Startnummer 18 mit dem Fahrerduo Bongart/Edelhoff, die den 2. Platz in der Klasse 2 belegten.

 

 

 

Der Niederländer Rob Slotemaker wurde Zweiter in der Klasse 5 bis 1300 ccm Hubraum mit dem Austin Cooper. 

 

 

In der Wehrseifenkurve machte der Franze Yvan Pillonel mit seinem BMW 700 einen zweifachen Überschlag. Er fuhr das Rennen mit gesenktem Haupt unter dem eingedrückten Dach zu Ende. Im Hintergrund ein havarierter Volvo am Anfang der Steilstrecke.

 

 

Der zerstörte Volvo von Horst Floth. Direkt nach dem Start im "Flaschenhals" vor der Südkehre war das Rennen beendet.

 

Furthmeyer/Schultze belegten mit dem Alfa Romeo Giulia TI den 2. Platz in der Klasse 6 bis 1600 ccm Hubraum.

 

 

Zuschauerbereich zwischen Boschtribüne und Südkehre.

 

In der Mitte Karl Kling. 

 

Der Siegerwagen von Nöcker/Lindner beim Boxenstopp.

 

Peter Lindner sucht die Ideallinie im Karussell. Das 6-Stunden-Rennen beendeten die Sieger mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 124,6 km/h.

 

 

 

 

 

: Besten Dank an Dirk Rommelsheim, der uns die Bilder seines Vaters Manfred Rommelsheim zur Verfügung gestellt hat.

Copyright: Burkhard Köhr

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