Großer Preis von Deutschland

4. August 1968

Bilder: Veit Arenz; Bericht: Burkhard Köhr

Nürburgring-Nordschleife: 22,835 Kilometer

Nebel, Regen und „the best race of all my life“

Der Große Preis von Deutschland 1968 auf der Nordschleife ging als Nebel- und Regen-Rennen in die Geschichte des Nürburgrings ein. Schon Freitags konnte nur kurz trainiert werden. Die meisten Fahrer verschoben den Kampf um die Startpositionen auf das Samstagtraining. Am Samstag war durch den Regen und starken Nebel zum Teil nur noch der Start- und Zielbereich zu erkennen. Somit waren die ersten vier Startplätze schon durch das Freitagtraining festgelegt. Auch am Sonntag gab es anhaltenden Regen und starken Nebel. Die Verhältnisse von 1962 wurden noch übertroffen. Die Veranstalter sahen sich gezwungen, das Rahmenprogramm peu à peu zu streichen: Formel-V-Ausweis-Fahrer-Rennen, Rundstreckenmeisterschaft für Tourenwagen und GT. Nur das Formel-V-Lizenz-Fahrer-Rennen um den AvD-Deutschland-Pokal blieb im Programm. Die Strecke wurde trotzdem von Joakim Bonnier und Graham Hill als befahrbar erklärt.

Der Start wurde aus unverständlichen Gründen in die Länge gezogen. Als das Schild „Noch zwei Minuten“ hochgehalten wurde, starteten die Fahrer ihre Motoren. Doch dann geschah lange Zeit nichts. Dann wurde das Schild „Noch drei Minuten“ gezeigt. Die Leerlaufzeit war Gift für die Motoren und John Surtees (Honda) musste schon nach der ersten Runde mit Überhitzungsproblemen aufgeben.

Trotz des miserablen Wetters waren 200.000 Zuschauer in die Eifel gekommen und waren von den Fahrkünsten Jackie Stewart’s begeistert. In der 9. Runde hatte sich der Befestigungssteg des Heckspoilers vom Brabham von Kurt Ahrens gelöst. Dadurch erzeugte der Heckspoiler statt des Abtriebs einen gefährlichen Auftrieb.

Der zweitplatzierte Graham Hill bemerkte aufgrund der Sichtverhältnisse nicht, dass sein Verfolger Chris Amon in der Nordkehre, bei dem Versuch ihn zu überholen, rausgeflogen war. So fuhr Graham Hill unter den gegeben Umständen voll weiter und drehte sich im Streckenabschnitt Wippermann. Jochen Rindt sah jetzt seine Chance gekommen, Graham Hill zu überholen. Allerdings konnte Graham Hill seinen Vorsprung bis ins Ziel retten.

Den Grand Prix gewann Jackie Stewart mit mehr als vier Minuten Vorsprung auf Graham Hill. Er nahm Graham Hill bis zu dessen Dreher pro Runde durchschnittlich 17 Sekunden ab. Zitat Hill: „This was the best race of all my life!”


Graham Hill (Lotus Ford) mit überdimensionalen Heckflügel
kam als Zweiter auf das Siegerpodest.

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Für die Bilder und Informationen zum Großen Preis von Deutschland 1968 bedanken wir uns bei:
- Veit Arenz

Datum: 28. Dezember 2010
Copyright: Burkhard Köhr

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