Großer Preis von Deutschland

2. August 1964

Bilder: Manfred Rommelsheim; Bericht: Burkhard Köhr

John Surtees siegt auf Ferrari

Nürburgring-Nordschleife - Streckenlänge: 22,810 km

John Surtees war auf dem V 8-Ferrari mit 8:38,4 Minuten die beste Trainingszeit gefahren vor Jim Clark (8:38,8 Minuten) und Dan Gurney (8:39,3 Minuten). Auf Wunsch des Veranstalters hatte Colin Chapman dem Deutschen Gerhard Mitter einen Wagen zur Verfügung gestellt. Leider hatte Gerhard Mitter viel zu wenig Gelegenheit zum Trainieren und musste das Zusatztraining dazu verwenden, um auf die fünf Pflichtrunden zu kommen. Bruce McLaren rangierte als bester Mann des Cooper-Teams im Training an 7. Stelle (8:47,1 Minuten). Das Training wurde von dem tödlichen Unfall von Karel Godin de Beaufort überschattet.

Im Mittelpunkt des Interesses beim Grand Prix stand der Honda-Rennwagen. Das japanische Honda-Team debütierte mit seinem Zwölfzylinder-Formel 1-Wagen. Handschuhe und Putzlappen in Schneeweiß kennzeichneten das äußere Bild der ausgezeichnet funktionierenden Boxen-Organisation. Da Ronnie Bucknum mit dem neuen Honda nur insgesamt achtmal um den Ring fuhr, bevor er ins Rennen ging, fiel die Premiere mit Platz 13 nicht schlecht aus.

      Colin Chapman hatte sein Team sorgfältig auf den Nürburgring vorbereitet. Als Jim Clark die erste Runde an der Spitze beendete, schien der Lotus wirklich in bester Verfassung zu sein. Doch dieser Schein trog, denn in den folgenden Runden fiel Clark langsam, aber stetig gegenüber der Spitze ab, bis er schließlich Ende der 7. Runde endgültig wegen eines Ventilschadens ausschied.

 Der italienische Privatstall Centro-Sud startete mit Giancarlo Baghetti und Tony Maggs auf dem 62/63er BRM. Baghetti fiel nach der 1. Runde wegen Defektes am Gasgestänge aus.

Das private britische Team von Tim Parnell brachte drei Lotus-BRM an den Start mit drei ausgezeichneten Nachwuchsleuten: Mike Hailwood, Chris Amon und Peter Revson.

Edgar Barth fuhr er den 1963er Cooper mit V 8 BRM-Motor vom Walker-Team, während Joakim Bonnier den neuesten Wagen dieses Teams lenkte, den Brabham-BRM. Edgar Barth konnte aber seine Chance nicht ausnützen, denn er fiel schon am Anfang wegen Kupplungsschadens aus. Für Joakim Bonnier war das Rennen noch früher zu Ende als der Motor auf freier Strecke durch Kurzschluss ausging.

Phil Hill erschien nach seinem Ausfall in der zweiten Runde bei John Cooper in der Box und bot ihm großzügig sein Startgeld an. Im Zweikampf mit Jack Brabham hatte er vergessen rechtzeitig zu schalten und dabei seinen Motor überdreht.

Das Siegen wurde John Surtees mit seinem Ferrari auf dem Nürburgring nicht leicht gemacht. John Surtees musste seinem Wagen alles abverlangen, so lange er Dan Gurney (Brabham) im Rücken wusste und das war immerhin bis zur 11. von 15 Runden der Fall. Dan Gurney lieferte John Surtees einen prachtvollen Kampf und lag zeitweise sogar an der Spitze. Eine defekte Zylinderkopfdichtung führte zur Überhitzung des Motors.

Maurice Trintignant, mit 47 Jahren der älteste Grand Prix-Pilot, der einen 62/63er BRM lenkte und ihn ins Ziel schob, nachdem die Zündung ausgefallen war, belegte mit dieser Aktion noch den 5. Platz.

John Surtees verbesserte den Rundenrekord auf 8:39,0 Minuten = 158,7 km/h.


Das Heck des 8-Zylinder-Ferrari von John Surtees.


Bruce McLaren fuhr seinen Wagen im Fahrerlager "warm".


Jo Siffert belegte den vierten Platz auf einem Brabham BRM.


Lorenzo Bandini mit dem 6-Zylinder-Ferrari belegte den dritten Platz.


Der neue Honda-Formel1-Wagen mit quer im Heck eingebauten V-12-Zylinder-Motor.
Der Amerikaner Ron Bucknum in der Kurve am Fuße der Steilstrecke.


Gerhard Mitter


Lorenzo Bandini


Giancarlo Baghetti von der Scuderia Centro Sud schied mit seinem BRM aus.


Bruce McLaren in der Anfahrt zum Schwalbenschwanz.


Edgar Barth schied frühzeitig mit seinem Cooper aus.


Der Rennwagentransporter von Ferrari


Richie Ginther kam mit einer Runde Rückstand ins Ziel.

Formel 1, 15 Runden = 342,150 Kilometer
Platz Startnummer Fahrer Marke Zeit (Stunden) Ø km/h Runden
1 7 John Surtees Ferrari 2:12.04,8 155,4 km/h 15
2 3 Graham Hill BRM 2:13.20,4 154,0 km/h 15
3 8 Lorenzo Bandini Ferrari 2:16.57,6 150,0 km/h 15
4 19 Jo Siffert Brabham BRM 2:17.27,9 149,4 km/h 15
5 22 Maurice Trintignant BRM     14
6 26 Tony Maggs BRM     14
7 4 Richie Ginther BRM     14
8 2 Mike Spence Lotus     14
9 23 Gerhard Mitter Lotus     14
10 5 Dan Gurney Brabham     14
11 13 Chris Amon Lotus BRM     12
12 6 Jack Brabham Brabham     11
13 20 Ronnie Bucknum Honda     11
14 27 Peter Revson Lotus BRM     10
Schnellste Runde: John Surtees, Ferrari, 8.39,0 Minuten = 158,7 km/h (neuer Rundenrekord)

 

Das Rahmenprogramm bot am Samstag GT-Rennen der Klassen bis 1300, 1600 und 2500 ccm. Nach dem Grand Prix am Sonntag hatten die Tourenwagen freie Bahn über fünf Runden (acht Klassen, von 600 bis 25OC c cm), bei denen Hubert Hahne auf dem BMW 1800 TI mit dem eindrucksvollen Schnitt von 130,1 km/h der Schnellste war.

Ergebnisse AvD-Nürburgring-Trophäe

Tourenwagen bis 600 ccm Hubraum
Platz Startnummer Fahrer Marke Zeit (Stunden) Ø km/h Runden
1   Hans Braun NSU Sport 1:04:18,6 106,5 5
2   Dr. G. Wiedemann NSU Sport 1:05:10,3 104,9 5
3   Kurth NSU Sport 1:05:13,9 104,8 5

 

Tourenwagen bis 700 ccm Hubraum
Platz Startnummer Fahrer Marke Zeit (Minuten) Ø km/h Runden
1   Jürgen Lenk BMW 700 S 59:23,3 115,2 5
2   Horst Eiteneuer BMW 700 S 59:48,1 114,5 5
3   Berthold BMW 700 S 60:01,0 114,0 5

Tourenwagen bis 850 ccm Hubraum
Platz Startnummer Fahrer Marke Zeit (Minuten) Ø km/h Runden
1   Kurt Pfnier DKW Junior 57:04,8 119,9 5
2   Erich Bitter Saab Sport 58:23,0 117,2 5
3   Hinse DKW F 11 59:56,6 114,2 5

 

Tourenwagen bis 1000 ccm Hubraum
Platz Startnummer Fahrer Marke Zeit (Minuten) Ø km/h Runden
1   Heinrich Schütz DKW F 12 57:16,0 120,8 5
2   H. D. Werner DKW F 12 59:08,8 115,8 5
3   Noen DKW F 12 60:49,4 112,6 5

Tourenwagen bis 1300 ccm Hubraum
Platz Startnummer Fahrer Marke Zeit (Minuten) Ø km/h Runden
1   Gerhard Bodmer Glas 1204 TS 56:33,0 123,1 5
2   Ulrich Therstappen Austin Cooper S 56:58,2 120,2 5
3   Mohr Morris Cooper S 58:15,8 117,5 5

 

Tourenwagen bis 2000 ccm Hubraum
Platz Startnummer Fahrer Marke Zeit (Minuten) Ø km/h Runden
1   Hubert Hahne BMW 1800 TI 52:37,7 130,1 5
2   Tilo Schadrack Lotus Ford Cortina 54:25,4 125,8 5
3   Moor BMW 1600 TI 56:16,1 121,6 5

 

Tourenwagen bis 2500 ccm Hubraum
Platz Startnummer Fahrer Marke Zeit (Minuten) Ø km/h Runden
1   Manfred Schiek Mercedes-Benz 220 SE 54:03,4 126,5 5
2   C. A. Kramer Fiat 2300 S-Coupe 56:19,3 121,5 5
3   A. Kling Mercedes-Benz 220 SE 56:24,4 121,3 5
4   K. Behrmann Mercedes-Benz 220 SE 59:09,4 115,8 5
5   F. Bökmann Fiat 2300 S 63:20,6 108,1 5

Gewinner der "AvD-Nürburgring-Trophäe: Hubert Hahne

 

Ergebnisse vom AvD-Rheinland-Pfalz-Preis

Gran Turismo-Wagen bis 1300 ccm Hubraum
Platz Startnummer Fahrer Marke Zeit (Stunden) Ø km/h Runden
1   Gerhard Bodmer Glas 1300 GT 1:27:18,7 109,8 7
2   M. Garton Austin-Healey 1:29:46,1 106,6 7
3   H. Wirth Alfa Zagato     6
4   G. Lippuner Alfa Zagato     6
5   Ch. Jones Lotus Le Mans     6

Gran Turismo-Wagen bis 1600 ccm Hubraum
Platz Startnummer Fahrer Marke Zeit (Stunden) Ø km/h Runden
1   Herbert Schultze Alfa Romeo GTZ 1:23:19,8 115,0 7
2   K. Louis Porsche S 75 1:26:26,3 108,3 7
3   N. Helmick Porsche S 90     6
4   J. Wauters Lotus Elan     6
5   J. P. Humberset Lotus Elan     6
6   H. Stahlberg Alfa Romeo Giulia     6
7   A. Callier Porsche S 90     6
8   R. Weiland Porsche S 90     6
9   J. Smith Porsche S 90     6
10   "Fritz" Porsche S 90     5

 

Gran Turismo-Wagen bis 2500 ccm Hubraum
Platz Startnummer Fahrer Marke Zeit (Stunden) Ø km/h Runden
1 Gerd Koch Porsche Carrera GTS 904 1:17:47,3 123,2 7
2 Ben Pon Porsche Carrera GTS 904 1:17:50,5 123,1 7
3 Rob Slotemaker Porsche Carrera GTS 904 1:20:21,8 119,2 7
4 R. Stoop Porsche Carrera GTS 904 1:22:05,1 116,7 7
5 G. Selbach Porsche Carrera GTS 904 1:22:07,5 116,6 7
6 "Elde" Porsche Carrera GTS 904 1:23:10,9 115,1 7
7 K. Bartel Porsche Carrera 6
8 F. Damss Lancia Flaminia 6

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Für die Bilder und Informationen zum Großen Preis von Deutschland 1964 bedanken wir uns bei:
- Dirk Rommelsheim
- Wolfgang Thierack

Datum: 4. April 2002
Aktualisiert: 6. September 2010
Copyright: Burkhard Köhr

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